Türkei – An der Grenze Europas

 


Diesmal bereisten wir die Türkei – auch schon das zweite Mal. Aber anders als bei unserem ersten Besuch, spielte dieses Mal, das Wetter mit. Bei Temperaturen um 20° C. konnten wir auch die ersten für uns interessanten Tiere, zurück aus dem Winterschlaf beobachten. Merkwürdig war hierbei jedoch, dass sich terrestrische Tiere in extrem feuchten Gebieten aufhielten.

So haben wir z.B. diesen jungen Mauergecko (Tarentola …..)

unter vergammelten Palmenblättern gefunden, wo es vom Biotop her, eher Moorgebieten ähnelt. Tarentolas sind aber eher als Geckos, der trockenen Gebiete bekannt. So verträgt diese Gattung also Temperaturen von 0 – 50° C. was für jedes Lebewesen eine extreme Spanne bedeutet. Was uns noch auffiel, war, dass die Inkubation der Eier im Winter also auch bei Temperaturen um 0 Grad und einer extremen Feuchtigkeit stattfindet.


Anders bei der uns hier aufgefallenen Gelbbauchunke, bei der Feucht, - und Trockenperioden bekannt sind. Auffällig ist hier nur die Größe. Das von uns gefundene Tier, maß eine Gesamtlänge von 12,5 cm.


Um zum eigentlichen Interessengebiet zu kommen, wurde ich natürlich auch fündig.

Hier z. B. eine Springspinne Dendryphantes hastatus welche bei mir erfreulicherweise ihren ersten Kokon gebaut hat.


Nicht verwunderlich, da ich ihr ja auch die Behältereinrichtung aus ihrem natürlichen Habitat mitgebracht habe. Die Tiere erreichen eine max. Größe von 7,5 mm und sind im östlichen Europa beheimatet. Im richtigen Licht zeigen sie sich leicht grünlich. Im hinteren Teil des Abdomens befindet sich eine weißliche Querbinde. Fast am Ende sind U – formig angebracht, zwei dunkle Längstbinden. Gefunden wurde dieses Exemplar an vertrockneten und auf den Boden gefallenen Palmenrinden.

An einer Baumanpflanzung, Wald wäre nämlich zu viel gesagt, fand ich ebenfalls auf dem Boden, hier aber mehr im Bodengrund zwischen Steinen, ein ganz seltenes Exemplar

 


der Gattung Trochosa, also der Familie der Lycosidae (Wolfspinnen). Es handelt sich um eine in Deutschland auf der roten Liste stehenden Trochosa robusta. Wie schon erwähnt, steht diese Art in Deutschland auf der roten Liste, wobei sie in der Türkei doch nach meinen Beobachtungen relativ häufig vorkommt. Die Männchen erreichen eine Gesamtgröße von 9 – 16 mm, wobei die Weibchen sogar eine Größe von 18 mm erreichen können.

Zu erkennen sind die Tiere, an zwei ziemlich blassen Längstbinden vom Cephalothorax aus beginnend und am Anfang des Abdomens endent. Bei der geringsten Störung ergreifen die Tiere die Flucht. Sollten sie jedoch in eine ausweglose Situation geraten stellen sie sich mit ihren Hinterbeinen auf und wirken sogar aggressiv.

In dem gleichen Gebiet fand ich auch diesen Cylindroiolous fulviceps. Ein Doppelfüßer (Diplopoda) der Familie Julidae. Dieses bis 4 cm große Tier liebt anscheinend Kalkböden, denn mit diesem Kalkstein hat er sich die Optimalunterlage ausgesucht. Die Art ist dunkelbraun mit orangegelben Innenringen. Von dieser Gattung kommen in Europa und Vorderasien ca. 50 bekannte Arten vor. Ihr Vorkommen liegt meistens in etwas feuchteren Gebieten, wie Waldböden oder Moorgegenden.

 

 

Zu Ihren Hauptnahrungsquellen gehören Kalk, daher sind ihre Fundorte immer in Kalkreichen Gebieten zu suchen.

Hier hätte ich noch gerne einen Scolopendra cingulata gezeigt,

 

 

doch direkt beim Schnappschuß war er verschwunden.

Um nun wieder zum Ende zu kommen, hoffe ich, dass Euch unser Reisebericht aus der Türkei auch gefallen hat. Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Land mal zu besuchen, denn neben der reichhaltigen Flora und Fauna sind auch die Menschen dort sehr nett und gastfreundlich.

Darum sage ich nun „Güle güle“ und „Tesecur ederim“, was soviel heißt wie „Auf Wiedersehn“ und „Vielen Dank“.